Ausstellung im Glaspavillon
incubation
2.11.2025–12.4.2026
Erläuterungen zu Johannes Buchholz
Johannes Buchholz, geboren 2000 in Ludwigshafen am Rhein, ist ein non-binärer Künstler, welcher in Düsseldorf lebt und studiert. Kernaspekte seines Schaffens sind die Auseinandersetzung mit textilen Techniken aus einer queeren Perspektive und das Abarbeiten an Themen wie Markenpsychologie und Konsumästhetiken des Spätkapitalismus. Immer wieder geht es dabei auch um die Grenzschwelle zum Produkt-Design.
Schokoladenderivate, 2026
Sextoys sind industrialisierte Intimität, standardisierte Erregung, normierte Lust. Es geht um die Auseinandersetzung mit großen deutschen Markenidentitäten, die in ihrem Logo den Schwung nach oben zeigen. Ein Bogen kann als Lächeln, Umarmung oder Bewegung gelesen werden. So ist diese Art von Logo oft im Spätkapitalismus zu finden. Johannes Buchholz geht es um die Frage, wie Markenästhetik unser Begehren steuert. Meist durch unterbewusste psychologische Mechanismen, die unsere Emotionalität und Verbundenheit mit den Marken hervorrufen. Das Tui-Logo, das an die Form eines Dildos erinnert, wird hier als Schokoladenobjekt oral konsumierbar gemacht. Der Begriff Derivat (von lat. derivare ableiten), bezeichnet Finanzinstrumente, die sich aus Aktien, Indizes oder Rohstoffen ableiten. So wird das Tui-Logo also abgeleitet als Schokoladen-Dildo und verweist auf humorvolle Weise auf die Kapitalgewinne, die oftmals von Investitionen in Rohstoffe (z.B. Kakao, Gold, Silber) durch Derivate gewonnen werden. Präsentiert werden die Schoko-Dildos auf einer Aluminium-Etagere, die an Präsentationslayouts aus Shops erinnert.
The TOI, 2025
Bei der Arbeit “The TOI” geht es um eine eine spezifischen Markenästhetik, die in einen neuen Kontext befördert wird. Das Tui-Logo wird als flexibler Silikondildo in den Kontext der Sextoyindustrie gestellt und thematisiert unersättlichen Massentourismus. Dabei interessiert Johannes Buchholz, wie große Konzerne uns mit ihrer Markenästhetik als Gesamtkonzept lenken.
Carpet Dildo, 2024
Johannes Buchholz setzt sich auch mit textilen Techniken, wie dem industriellen Tuften von Teppichen oder das Häkeln von Soft Sculptures auseinander. So hat die Arbeit “Carpet Dildo” einerseits einen möbelartigen und dekorativen Charakter, andererseits kann man darin auch etwas Wesenhaftes oder Organisches sehen, jedoch angelehnt an Waren aus der Sextoy-Industrie.
Erläuterungen zu Laura Marika Clemens
Laura Marika Clemens ist 2001 in Schwelm geboren. Sie lebt in Düsseldorf und studiert seit 2020 an der Kunstakademie Düsseldorf Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei.
Laura Marika Clemens möchte mit Hilfe der Fotografie in ihrer Malerei eine neue Perspektive finden, die sich weder auf den zwei- noch auf den dreidimensionalen Raum bezieht. Sie nutzt die Fotografie als Medium, um dem Betrachter eine Neuinterpretation der Malerei zu ermöglichen, indem man die Grenzen hinter sich lässt. Für ihre Motive nimmt sie Inspiration von den Kami-Darstellungen (Shinto). Das sind Götter, Geister oder Naturkräfte, die verschiedene Orte wie Meere, Berge, Wasserfälle oder Bäume bewohnen. Sie sind nicht gut oder böse aber mächtig und launisch. Sie können helfen oder im Zorn zerstören.
Bei Kaufinteresse an den Bildern können Sie sich gerne direkt per Mail an die Künstlerin Laura Marika Clemens wenden.
Rückblick
2.11.–23.11.2025
Incubation 1
Christian Löffel
Viola Pfeffer
21.12.2025–11.1.2026
Incubation 2
Julian Geschwind
Junyan Li
Rosa Luckow
18.1.–8.2.2026
Incubation 3
Aaron Nora Kappenberger
Lea Frensch
Markus Henschler